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Zauberer ziehen ins Globe Theater

  • vor 13 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

Heute ist es soweit! Wir ziehen mit unseren Requisiten ins Globe Theater im Europapark; zumindest mit einem Großteil. Dort werden wir dann ab Montag weiter proben... Dieses Wochenende zaubern wir ja noch ein letztes Mal "extern", nämlich in Northeim. So eine einzelne Show ist ja dann doch recht aufwändig, denn wir müssen hinfahren, Übernachtung organisieren, alles aufbauen, die Show spielen, die Gäste verabschieden, alles abbauen und wieder abreisen. Letztlich nimmt eine solche Show drei Tage in Anspruch; drei Tage, die wir gut für die Proben hätten gebrauchen können! Denn morgen in zwei Wochen ist schon Abnahme. Und dann gibt es kein zurück!

Wir haben auch schon das neue Bühnenbild inspiziert ... es wurde auf der Grundlage unserer Vorstellungen entworfen und umgesetzt... und es wird GROSSARTIG! Ich denke wir müssen doppelt so gross spielen wie sonst, um dem Anspruch des Hintergrundes gerecht zu werden... . Der Bühnenhintergrund "kann" auch etwas, denn es wurden insgesamt 150 Meter LED Schläuche, mehrere "Titan Tubes" (https://astera-led.com/de/produkte/titan/) und ein LED Screen verbaut; unser Regisseur Max wird mit dem EUROPAPARK-Designer Frank Bungarz dafür sorgen, dass die technischen Möglichkeiten der Bühne auch genutzt werden! Natürlich darf dabei unser "Spiel" nicht in den Hintegrund geraten, denn gerade das Spiel ist es ja, was auf Dauer eine Show sehenswert macht. Das Technische ist nur als Unterstützung interessant; anders ausgedrückt: Technik sollte dem Menschen dienen und nicht umgekehrt! Da bin ich ganz auf der Linie von Max Frisch im Sinne seines Buches "Homo Faber".

Ich war am letzten Wochenende in Mainz und habe im Frankfurter Hof mir die Varietee Show "WOW" angeschaut und habe dort viele liebe Bekannte getroffen: Andalousi (unter anderem Handstand Akrrobat), Benno (von Twin Spin), Max (ebenfalls von Twin Spin, aber eben auch Mathematiker und bald Doktor der Mathematik), Farellos (geniale Comedy) und natürlich Martin Sierp. Die Nähe, die er erzeugen kann als Moderator der Show, sucht ihresgleichen. Mich hat unter anderem beeindruckt, wie schnell er jemanden gefunden hat, der verheiratet ist, aber nicht neben seiner Frau sitzt und dann daraus Comedy zieht. Genial. Das haben Sascha und ich damals wirklich falsch eingeschätzt, denn Martin war damals vor allem in seinen Rollen brilliant; heute ist er es in seiner eigenen Rolle.

Abends bin ich dann weiter nach Frankfurt; dort war dann ab 8 Uhr morgens Aufbau für unsere Show. Das KiJu Theater könnte mal wieder eine Renovierung gebrauchen, aber irgendwie hat dieses "Gebrauchte" des Theaters auch seinen Charme. Denn es ist tatsächlich ein Lichtblick in dem ganzen Beton, das für das "Titusforum" oder auch "Nordwestzentrum" verwendet wurde. Das Zentrum hat im Keller sogar seine eigene Bushaltestelle. Nützlich aber eben auch völlig "Sheng pfui", also das Gegenteil von "Feng Shui"...


Die Shows dort waren wirklich sehr intensiv, als wir zum Schluss sagten: Das war "Simsala!", liess uns das Publikum vor Begeisterung gar nicht weiterreden. Später nach der ersten Show und vor der zweiten war ich mit den Technikern bei KFC und dort waren natürlich auch einige Kinder, die ich beim Nachspielen unserer Show beobachtet habe. Ein Kind hielt sein Schnuffeltuch hoch und ließ irgendwas dahinter verschwinden.


diese ganze Trostlosigkeit des Beton fällt mir zum Beispiel auch auf, wenn ich hier in der Ortenau durch Dörfer fahre und nichts auf Sinn für Schönheit hinweist. Dann plötzlich: hier eine Skulptur, dort ein Second Hand Laden, hier ein Bücher Regal, dort ein Blumenladen. Und schon hat ein Dort einen anderen Charakter. Ich werde weich auf meine "alten Tage". Ich bekomme sowieso in letzter Zeit immer wieder zu hören, ich sei ein "alter Mann". Irgendwas hat sich verändert. Dachte ich. Aber es kommt wohl nur auf die Kleidung an. Denn ich habe mir ja ein neues Outfit für einen Tischzauber Auftritt am vergangenen Montag gekauft, die Firma heißt "BOB", ist eine italinische Modefirma. Und mit diesem Sakko und Hut bin ich dann zusammen mit zwei Kollegen auf 700 Gäste losgestürzt und der eine konnte echt nicht glauben, dass ich 55 Jahre alt bin, er hatte mich auf 40 geschätzt. Insofern: es kommt auf den Stil an; der Stil bestimmt ja auch die Haltung, also frei nach Marx: Das Sein bestimmt das Bewusstsein. (Na gut, das war jetzt weit hergeholt).


Tatsächlich hatte ich am Sonntag Abend das Auto in Richtung Northeim gebracht und am Montag auf dem Rückweg fiel mir auf, dass ich alle Kostüme im Auto gelassen hatte und auch für den Tischzauber Auftritt in Rust am Abend nichts gutes zum Anziehen hatte. Also bin ich in Frankfurt ausgestiegen und wollte mir einen Hut und eine Krawatte kaufen, ich kam dann aus dem Laden mit zwei Hüten, einer Krawatte und einem neuen Jackett. Der Verkäufer hatte ganze Arbeit geleistet. Ich konnte mich gerade noch gegen neue Schuhe, neue Hose und neues Hemd wehren. Aber mit der Eitelkeit von Menschen kann man echt gute Geschäfte machen! Ich sah aber auch wirklich sehr gut aus in dem Jackett und ZACK - schon hatten sie mich. Glückwunsch. Was lernen wir daraus? Wir müssen den Menschen erklären, wie gut sie aussehen und wie gut sie dastehen, wenn sie UNSERE KINDERSHOW in ihr Programm aufnehmen. Sieht man gut aus, wenn man gute kulturelle Angebote macht? Nun, hier kommt wieder das Bild des Dorfes mit Second Hand Laden ins Spiel. Unsere Kindershow ist dieser Second Hand Laden, der die Stadt schön macht.


Apropos schön: Schön ist auch, wenn etwas nicht langweilig ist. Und nicht langweilig war offensichtlich auch eine Vorführung im Bochumer Schauspielhaus mit Ole Lagerpusch in "Catarina oder von der Schönheit Faschisten zu töten", wo das Publikum derartig in den Bann der Verführung geraten sind, dass es versucht hat, den Schauspieler am Weiterspielen zu hindern. Aber für diese Lebendigkeit ist das Bochumer Schauspielhaus wohl auch berühmt. Wir hatten auch etwas ähnliches aber nicht ganz intensives: Diamond stiehlt mir ja bei Simsala! am Anfang die Batterien und ein Kind sagte: Das ist dreist. Ein schönes Wort. Wäre nur durch "impertinent" zu steigern gewesen.



Ein Plakatentwurf für die neue Show im Europapark
Ein Plakatentwurf für die neue Show im Europapark


 
 
 

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