Zauberer mit Kontakt zum Publikum
- vor 3 Stunden
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Nichts ist bei einer Show so wichtig wie der erste Kontakt zwischen Kunstschaffenden und Publikum. Egal wie groß das Publikum ist, es ist möglich, Nähe herzustellen und diese Nähe ist entscheidend für den Verlauf des Abends. Ich habe mir eine Queen Tribute Show angeschaut und Tribute Shows sind ja an sich etwas schwierig für die Performer: Eigentlich wollen die Gäste Freddy Mercury sehen und sich einer perfekten Illusion hingeben aber dann ist da plötzlich jemand, der eben nicht Freddy Mercury ist aber so tut als ob. Er streckt die Faust hoch und singt ganz hervorragend, nur an den ganz schwierigen Stellen geht er raus und wird durch Playback ersetzt. Das ist verzeihlich, aber mangelnde Nähe ist unverzeihlich. Seine Rolle als Look a like und Sing a like ist der Elefant im Raum und wenn dieser nicht angesprochen wird, stellt sich kein Wohlfühleffekt ein. Und so war der Abend nett aber eben nicht toll.
Mehr Nähe schaffte da eine andere Open Air Show, die ich mir angeschaut habe: Kalif Storch, also ein Märchen. Märchen interessieren mich von jeher, besonders aber seit SIMSALA 2.0 (Die Rettung des Märchenlandes). Die Illusion, dass da vor mir Kalifen aus dem Morgenland majestätisch durch den Wüstensand streifen wurde allerdings von meinen Hinterleuten etwas beeinträchtigt, die stets über die einzelnen Protagonisten sagten: Ach schau, der Manfred macht auch mit. oder: Nein, die Inge! Köstlich. Es handelte sich wohl um eine Laienspielgruppe. In der Pause konnte man sich mit dem Kalifen und dem Großwesir bei einem Canapee im hinteren Bereich der Bühne unterhalten. Sehr viel Nähe! Wenn sich die Queen Tribute Show und Kalif Storch zusammengetan hätten, wäre ein perfektes Verhältnis zwischen Professionalität und Nähe entstanden. Wer weiß!
So langsam denke ich an Abreise, es sind ja nur noch 130 Shows hier und dann noch eine Dinnershow. Ich fange an, Dinge zu verkaufen, die keinen Sinn mehr machen und so bin ich ständig auf Ebay und Kleinanzeigen. Allerdings ist das sehr gefährlich wie ich gemerkt habe, denn während ich mir auf Kleinanzeigen mit der Käuferin einig wurde, war gleichzeitig (!) auf Ebay der Gegenstand verkauft worden. Unfassbar. Was für ein Pech. Zum Schluss habe ich mal wieder mehr durch den Verkauf ausgegeben als eingenommen.
Ich hatte eine sehr lebendige Show vor zwei Tagen... ich fragte einen Herrn wo er herkommt und er sagte: bei Schwäbisch Hall. Dann fragte ich auf Englisch, wer woher kommt und einer sagte: Palästina. Ich habe Kasachstan verstanden. Die Akustik ist wirklich schlecht im Globe zumindest von Publikum zur Bühne. Er wiederholte: Palästina. Ich: Salam Aleikum. Ich: other countries in the audience? Someone: Israel! Ich: Schalom! Die Bühne war bereitet. Darüber hatte ich vergessen, woher der deutsche Herr kam und behauptete er sei aus Rottweil. Eine Frau schräg hinter ihm: Schwäbisch Hall! Ich: Sie halten sich da raus! Es ging ab. Zum Schluss habe ich Teile des Publikums ausgebuht. Es war was los.
Gestern dritte Show: alles geht schief. Unter anderem auch mein "Tuch zu Ball", der neue Effekt in der Show. Normalerweise bekomme ich jetzt sogar Szenenapplaus für den Effekt. Aber erst, seitdem ich das Tuch selber wahrnehme. Verrückt.
Derzeit suchen wir nach einer Alternative zu dem "Monster" Snorri auf der Bühne. Wir überlegen derzeit, was die Puppe in der Zeit nach dem Europapark ersetzen könnte? Ein Energy Drink? Ulrich Siegmund? Wer hat Ideen?
Ich wünsche Euch eine schöne Woche!



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