Zauberer im Radio
- vor 3 Tagen
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Am Sonntag, 26.07.26 sind wir ab 9 Uhr im Radio zu hören! Unter https://www.swr3.de/index.html bzw. über UKW zum Beispiel in Freiburg auf 99,2 MHZ.
Kristian Thees ist wirklich ein äußerst angenehmer Gesprächspartner und nicht umsonst jahrelang der Podcastpartner von Anke Engelke... bis zur vorerst letzten Folge am vergangenen 29.06.26!
Er hat uns nicht nur mit seinen ungewöhnlichen Fragen überrascht (tragt ihr ein Tattoo?), mit seiner Begeisterung für die Zauberkunst (das was ihr macht ist besser als das, was Jan Becker gemacht hat) und mit ungewöhnlichen Anekdoten wie der, dass eine Bekannte von ihm meine Fähigkeiten als Bauchredner gut hätte gebrauchen können... sie war nämlich "mit jemandem zugange" und habe sich dabei den Kiefer ausgerenkt und konnte im Krankenhaus ihren Namen nicht sagen und er wusste ihren Namen auch nicht.
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Gezaubert haben wir auch und haben einmal mehr festgestellt, dass Zaubern im Radio gut funktioniert auch wenn man die Tricks ja im Radio nicht sehen kann sondern nur hören... aber die Begeisterung des Moderators überträgt sich direkt! Diesmal war gar nicht verlangt, dass wir einen Trick zeigen, haben aber ungefragt insgesamt drei Tricks gezeigt. Und das war auch gut so! Denn ein Zauberer oder eine Zauberin der/die nicht zaubert, ist das überhaupt ein/e Zauber/in? Das ist genauso wie die Frage: Ist ein Witz ein Witz wenn keiner lacht? Apropos Witze: Kristian war wirklich gut vorbereitet und hat aus diesem Blog zitiert... unter anderem Witze, die ich mir selber ausgedacht habe aber an die ich mich partout nicht erinnern konnte.... daher hier nochmal: Wie nennt man es wenn Algen Tanzen? Algorhythmus! Was machen Eisbären, wenn sie extreme Meinungen vertreten? Sie polarisieren! Und der beste: Wie nennt man "Netflix schauen" im Rheingau? Bingen am Rhein!
Zugegeben - es war etwas peinlich, dass ich meine eigenen literarischen Ergüsse nicht mehr auf dem Schirm hatte. Aber der guten Stimmung tat es keinen Abbruch.
Das ist ja auch das gute an meinem Beruf: Die Peinlichkeiten des eigenen Lebens sind eigentlich Gold für die Comedy-Kunst... je schlimmer eine Situation ist, desto besser für die nachträgliche Verwertung. Unser Regisseur Max Rambaek hat uns nämlich einen Besuch abgestattet hier im Europapark und so entstand wieder einmal aus unmöglichen Formulierungen eine Showidee: Ich sage Sachen, die irgendwie "cringe" sind und verschwinde dann mit einem "Puff". Zauberer-Style. Konkret war es so: Max sagte, dass das Alter zwischen 13 und 15 Jahren sehr schwierig sei, die Jugendlichen sind völlig mit sich selbst beschäftigt und der Verwaltung ihrer Hormone und Gefühle und würden sich dementsprechend merkwürdig verhalten. Ich habe ergänzt: Ja genau und bei manchen hält diese Situation ein Leben lang an ... Cringe! PUFF!
Man könnte natürlich für das PUFF-Verschwinden Bühnenblitze verwenden, aber dafür bräuchte man eine Brandwache und daher wären vielleicht CO2 Kanonen das Richtige.
Wir hatten gestern Abend noch eine Gala und da kamen auch solche "Cringe" Ideen, die wir uns dann aber nicht getraut haben. Der Auftritt fand im Colosseo Hotel statt und war für den "DVS", also den Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren. Ich hatte die Idee, auf die Bühne zu gehen und zu beginnen mit: Herzlich willkommen beim Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren. Meine Verwandte haben sich auch letztens verfahren, wir wissen was Sie alle durchmachen gerade! PUFF! Und: Was riecht das hier so? Ah, Schweißgeruch! Herrlich. PUFF!
An einer Stelle nannte Thees die Witze "Flachwitze"... ich weiß bis heute nicht, was genau das sein soll. Für mich gibt es nur Witze, die ankommen und Witze, die nicht ankommen. Zum Beispiel sage ich auf der Bühne über mein "lebendiges" Tuch: "Oh, maybe he is hungry!" und übersetze es mit: "Vielleicht ist er aus Ungarn!" ... hier könnte man vielleicht auch von "flachen" Witzen sprechen, aber das Timing in dem Moment bewirkt Gelächter und manchmal sogar Applaus. Daher ist es auch schwierig, bei Witzesammlungen zu lachen, denn das Timing ist bei einer solchen Ansammlung von Witzen natürlich extrem schwierig. Es kommt auf den Kontext an, nicht auf den Witz selbst! Meines Erachtens gibt es keine Flachwitze.
Ich habe die "Odyssee" von Christopher Nolan geschaut. Der Film hat tatsächlich noch lange nachgewirkt. Vor allem weil ich zu viel Popcorn gegessen habe. Aber auch sonst! Ich hatte bisher immer so eine etwas gespaltene Meinung zur Odyssee, einerseits ist sie natürlich episch, Homer wird sie ungefähr um 800 vor Christus (!) geschrieben haben. Ihr Rhythmus ist großartig, der daktylische Hexameter ist super auch zum auswendig lernen. Die ersten 10 Zeilen der Odyssee auf griechisch kann ich noch heute und mein eigener Künstlername ist davon inspiriert. Im Vergleich: Jambus die Kraniche des Ibikus oder Trochäus: Max Goldts Könnten Bienen fliegen:
Könnten Bienen fliegen, herrschte Pracht in jedem Garten, doch sie fahren Bahn und kriegen, Streit am Fahrscheinautomaten.
Der Inhalt der Odyssee ist spannend.
Andererseits sind da in den Erzählungen eben 8 Jahre von 10, die Odysseus in den Armen von Frauen verbringt, nämlich bei Kirke und bei Calypso und in der mysogynen Literatur von damals wurden diese als eine Art "Hexen" oder "Musen" beschrieben, die den "armen" Odysseus verführt haben. Das war mir schon immer zu billig... als ob ein Mann keinen eigenen Willen mehr hätte in Anbetracht der Weiblichkeit. Nolan hat das Thema recht gut gestaltet: Das Jahr bei Kirke verschwindet einfach und schildert Kirke als eine, die einfach schlimme Erfahrungen mit Männern gemacht hat und daher diese nunmehr in Schweine oder andere Tiere verwandelt. Verständlich. Calypso wird gespielt von der großartigen Charlize Theron, die im Privatleben selber schlimme Erfahrungen mit ihrem Vater gemacht hat. Ihre Mutter erschoss ihn in Notwehr in Anwesenheit von Charlize. Auch Calypso handelte nach meiner Interpretation nicht aus purem Eigennutz als sie Odysseus mit Lotus fütterte, was ihn sieben Jahre lang betäubte. Er selber haderte ja auch im Film mit seiner Rückkehr aus Angst, er sei gar nicht mehr derselbe, seit er Troja zerstört hatte und dabei alle Einwohner/innen umgebracht oder versklavt wurden.
Die Musik der Odyssee tat ihr übriges. Es ist keine orchestrale Hans Zimmer Musik sondern Musik mit antiken Instrumenten. Ludwig Göransson hat ganze Arbeit geleistet.



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