Zauberer für Dinnershow
- 14. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Auch wenn ich durchgehend eine gewisse Herbstmüdigkeit verspüre, bin ich recht zufrieden zur Zeit, was ein seltener Zustand ist. Ich schlafe allerdings derzeit bis zu drei mal am Tag ein: Nach der ersten Show, nach der letzten Show und abends. Also darf ich behaupten: Und ich habe keine Schlafprobleme. Ich merke das vor allem an meinen Hörbüchern. Ich stelle mir abends den "Timer" bei Spotify und starte mein Hörbuch ("1913" von Florian Illies). Am nächsten Morgen höre ich die gleiche Stelle nochmal und versuche mich zu erinnern, ob ich das gehörte bereits kenne oder nicht. Meistens scheine ich nur eine Minute Hörbuch gehört zu haben bevor ich in die "Welt, die monden ist" hinübergeglitten bin. Ganz anders scheint es dem Kollegen Olaf Bossi zu gehen, den ich unter anderen gestern in der Reithalle Offenburg angesehen habe... dort war "Lachnacht", eine jährliche Veranstaltung, die unser geschätztes Management "Grenzfrequenz" organisiert. Olaf Bossi sieht tatsächlich aus wie Elon Musk, was er auch selber zum Thema macht. Und dann berichtet er von seinen Einschlafproblemen... sein Arzt habe ihm viel Trinken und viel Schlaf verordnet, er sei aber in dem Alter, wo er sich entscheiden müsse... es gehe nicht beides. Die Nahbarkeit von Olaf Bossi hat mir sehr gefallen. Ein anderer toller Comedian war Lutz von Rosenberg Lipinsky, dessen "Botschaft" mir diametral zu der eines anderen Comedians des Abends erschien... René Sydow... während sich dieser nicht genau positioniert hat und seine Message auch von Leuten hinter mir als Bestätigung empfunden wurde, dass "man nichts mehr sagen dürfe", hat sich Lutz eben genau über diese Aussage lustig gemacht, "dass man nichts mehr sagen dürfe", denn man dürfe alles sagen, nur eben könnte es sein, dass man dann nicht mehr gemocht wird, wenn man beleidigendes sagt. O Wunder. Lustigerweise fanden die Damen hinter mir (die mir ständig in den Nacken gehustet haben) sowohl Renee als auch Lutz lustig. Insgesamt war die Wiedererkennung das lustigste Element. Die Schilderung, wie Olaf Bossi nachts versucht, in sein Bett zu gehen, da liegt aber eines seiner Kinder, er dann ins Kinderbett wandert und schließlich beide Eltern in den Kinderbetten schlafen, hat mich sehr an frühe Zeiten meines Vaterseins erinnert. Passend zum Vatertag :-)
Ein weiteres Element war die Übertreibung, die mich amüsiert hat. Fee Badenius (verheiratet mit Renee Sydow) hat "vergiftete Komplimente" als Thema, schildert fantastische Komplimente, die allerdings mit der Einschränkung "für ne Frau" enden. Erst wiederholte sie dieses Thema "für ne Frau" und ich dachte erst, dass sich die Pointe abläuft, aber dann ließ sie den ganzen Saal singen, (für Männer ja kein Problem, sie hätten da ja Übung :-)) und durch das Extrem wurde die Übertreibung erst richtig lustig.
Es war jedenfalls ein sehr lustiger Abend. Lachnacht eben.
Dabei finde ich es grundsätzlich nicht einfach, an einem Abend zu lachen, wenn der Abend "Lachen" als Aushängeschild hat. Das ist so ähnlich, wie wenn "Staunen" im Titel steht und man nun aufgerufen ist zu staunen. Ich selber fühle mich da ein bisschen unter Druck gesetzt. Umso toller ist es dann, wenn man dennoch lacht oder staunt. Die Lachnacht hat das geschafft. TOP!
Also wie gesagt, ich bin recht zufrieden zur Zeit, die Show läuft und das Wetter ist toll (8 Grad und verregnet, also bestes Theater Wetter). Sogar der dritte Rang ist offen und das Theater ist voll. Gedanklich bin ich daher schon bei neuen Projekten, ich überlege, meine Comedy Factory wieder zu beleben, einfach um im Thema zu bleiben, aber ich könnte natürlich auch langweiligere Sachen machen wie Newsletter schreiben oder das Lager aufräumen... tja, was wird es wohl werden... ein weiterer Gedanke ist die Dinnershow, die Diamond und ich ab November im Europapark moderieren... wir dürfen auch etwas Einfluss nehmen und daher kreisen meine Gedanken schon um die Zeit ab Herbst. Einerseits würde ich eine Dinnershow lustig finden, die "Wer lacht, fliegt raus!" heißt. Denn das würde das Konzept von "LOL" auf die Bühne bringen und die Legitimation geben, Witze zu erzählen. Es würde allerdings bei Abenden mit Franzosen auch ein paar französische Witze erfordern.... sowas wie: normalement si on parle de Mozart, il nest pas la, mais si on ouvre la porte du frigo, mozzarella. Auf Deutsch.. nicht witzig... auf Französisch schon!
Ohnehin muss ich mein Französisch weiter aufpolieren, denn ich habe vor mir einmal Tischzauberei auf Französisch nächste Woche und Ende Mai eine Moderation komplett auf Französisch. On y va!
Eine andre Idee für die Dinnershow ist das Thema "1913", mal schauen...



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