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Zauberer beleidigt Publikum

  • 18. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Bei aller Liebe - das sollten Auftretende wirklich nicht tun. Tun wir auch hoffentlich nicht, taten wir nicht und werden es nie tun. In der Vergangenheit gab es allerdings grenzwertige Situationen, die ich nun inzwischen besser handhabe wie ich finde... der Vorgang ist folgender:

Da wir ja derzeit in einem Freizeitpark auftreten (dem schönsten der Welt :-)), gehört es einfach dazu, dass Menschen während der Show aus dem Theater gehen. Daran haben wir uns 2021 versucht zu gewöhnen, 2022, 2025... und auch heute ist es noch gewöhnungsbedürftig. Aber es gehört eben dazu, denn hier im Europapark sind die Shows gratis und wir konkurrieren mit einem großen Angebot an anderen Attraktionen. Ich kann mir vorstellen, dass man, wenn man 80 Euro Eintritt zahlt pro Person, ständig in der Sorge ist, auch das beste aus dem Tag herausgeholt zu haben. Und da soll es auch Menschen geben, die unsere Show nicht mögen oder sich etwas anderes vorgestellt haben als sie in die Show kamen.

In den allermeisten Fällen ignorieren Diamond und ich die Menschen, die den Exodus üben; manchmal ist das Timing der Leute aber so unterirdisch, dass wir nicht umhin können, etwas dazu zu sagen. Bisher habe ich dem ganzen mit dem Klassiker begegnet: "Warum gehen Sie? Wir sind auch nicht gegangen, als sie gekommen sind..."; was immer einen Lacher gibt, aber was auch etwas aggressiv ist... und damit die eigene Verletzlichkeit zeigt. Besser ist es, anzunehmen, dass die Person vielleicht auf die Toilette muss und das zu thematisieren. "Mention my name and you will get a good seat!" war damals ein Spruch, an den ich mich erinnere; allerdings ist alles auf Englisch mal wieder besser zu formulieren als auf Deutsch. "Beziehen Sie sich auf mich und Sie bekommen einen guten Platz!" ist einfach uncool. Mein derzeitiger Lieblingsspruch ist: "Wo gehen Sie hin? Ach auf die Toilette. Da müssen sie rechts raus, dann links, wieder rechts, dann kommt ein Kreisverkehr, dort die dritte Ausfahrt nehmen, Rolltreppe hoch, dann kommt eine Hängebrücke... man lässt mich einfach nicht ausreden..." meistens sind die Gäste (Ex-Gäste) dann schon über alle Berge.


Diese Thematik der Unhöflichkeit begegnet uns hier auch online; tatsächlich erkennt man einen gravierenden Unterschied zwischen Facebook und Instagram; während auf Facebook der Hass offenbar frei ausgelebt wird, gibt es bei Instagram reflektiertere Stimmen. Wir hatten mal wieder jede Menge gehässiger Kommentare gegen uns und unsere Show unter einem FB-Post vom Europapark; glücklicherweise haben wir auch viele befreundete FB Nutzer (innen), die dieser Negativität viel Positives entgegengesetzt haben.


Apropos Höflichkeit: Die ist auch Thema im Programm von Matthias Brodowy, das ich mir in der "Kumedi" in Riegel angeschaut habe. Dort geht es bei seinem Act "Es gibt ein Problem mit dem Klavier" auch darum, wie man ein Gespräch beginnt; nämlich dass man nicht mit der Tür ins Haus fällt, sondern dass man erst mal anklopft.


Auf die Region um Darmstadt und Groß Gerau kommt eine Maikäfer Plage zu... alle vier Jahre, immer pünktlich zur Fussball WM schlüpfen dort Unmengen dieser Schädlinge. Es war wohl vor vier Jahren so schlimm, dass man auf der Autobahn nur Schritttempo fahren konnte wegen der Schwärme. Insofern scheint sich 2022 in gewisser Weise zu wiederholen... auch bei uns; denn auch wir sind das zweite Jahr im Europapark hintereinander; auch hier gibt es eine Parallele zwischen 2021/22 und 2025/26 in unserer beruflichen Vita.


Ich bin sehr froh über Ungarn und die Wahl am letzten Sonntag. Die Ungarn haben den Putin-Freund Orban abgewählt und zwar nicht einfach so, sondern mit einer Zweidrittelmehrheit. Das war wirklich eine Überraschung; zwar ist der Gewinner Peter Magyar selber noch vor zwei Jahren in Orbans Partei gewesen, aber zumindest die Haltung des neuen Premiers zu Europa ist eine ganz andere. Die Freiheit und Demokratie, die beide derzeit extrem unter Druck sind, konnten erst einmal aufatmen. Für mich war das ein 1989-Moment. Ich habe mich gefühlt wie damals, als völlig überraschend die Grenze aufging; ich war 18 und in Berlin. Ein unvergesslicher glücklicher Moment.


Diamond und ich arbeiten seit gestern 16 Jahr lang zusammen. Unsere Hauptstationen waren: 2010/11 Krystallpalast, 2011/12 Dinnershow Europapark, 2012/13 Saison Europapark, 2013/14 Kunz Teatre und danach Teatro Colosseo Europapark, 2014/15 Teatro, 2015/16 China, 2016 NCL, 2017 NCL und Beginn der Tour GOP "Trust Me", 2020/21/22 Europapark, 2022/23 Hansa Theater, 2023/24 GOP Tour Multiversum, 2025/26/27 Europapark... und dann kommt wieder die neue GOP Show...


16 Jahr sind natürlich gar nichts im Vergleich zum Universum, das vielleicht viel äter ist als angenommen; nämlich 26 Milliarden Jahre alt. Das hängt wohl mit dem sogenannten "Müden Licht" zusammen. Ich kann das Licht gut verstehen, wenn man so lange unterwegs ist; auch ich mache derzeit nach der dritten Show einen Mittagsschlaf...

Foto von Felix Groteloh
Foto von Felix Groteloh

 
 
 

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