Zauberei zum Weinen
- 10. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Unsere Zaubershow "Simsala!" ist hier in Heidelberg furios zu Ende gegangen mit einer übervollen Show am 06.01.26. (Ich muss mal wieder anfangen, öfter "2026" zu schreiben, damit ich endlich realisere, dass 2025 vorbei ist...). Nach der letzten Show haben wir wie immer nach der Show die kleinen und großen Gäste verabschiedet und eine Mama mit Tochter kam auf uns zu und die Mutter sagte: Meine Tochter hat geweint, weil sie nicht wollte, dass die Show vorbei ist. Oh Mann, das hat ins Herz getroffen. Eigentlich ist uns ja auch immer ein bisschen zum Weinen, wenn eine Show vorbei ist, da wir mit den süßen Kindern und netten Eltern so eine gute Zeit hatten, dass es wie eine kleine Freundschaft ist, die entsteht und dann leider wieder vergeht. Insofern ist unsere Show eine Tragödie! Da sieht man einmal mehr, dass Tragödie und Komödie sehr dicht beeinander liegen. Ein bisschen wie bei "Das Leben ist schön", einem Film für die Ewigkeit mit meinem absoluten Idol Roberto Benigni. Für diesen Film hatte er wohl einen Kredit auf sein Haus aufgenommen, um ihn zu finanzieren, da erst einmal niemand an den Film glaubte. Weitere Funfacts: Der Kindschauspieler Giorgio Canarini wusste nicht, dass er in einem Holocaust Film mitspielt. Er dachte während des Films wirklich, dass es darum geht, einen Panzer zu gewinnen durch ein Spiel. Benigni hat jeden Abend das Drehbuch umgeschrieben als Folge des Drehtages. Das Konzentrationslager waren echte Militär-Baracken. Eigentlich wollte er den deutschen Offizier spielen, aber änderte dann die Idee um mehr Wärme und Comedy in den Film zu bringen. In Deutschland war der Film wohl erst kritisch beäugt worden, weil Comedy und Holocaust nicht zusammenpassen würden.
Ich habe dann auch noch im Zug eine ältere Dame zum Weinen gebracht, das kam so: Sie saß neben mir im Bord Bistro und las. Plötzlich stand sie auf und ging zu einem Herrn gegenüber und fragte ob sie ihm was vorlesen könne, was sie amüsiert habe. Sie kamen in ein Gespräch aber der Herr musste bald gehen. Dann kamen wir ins Gespräch und sie sagte mir ihr Geheimnis, warum sie so aktiv sei mit 84: Lithium. Ich habe mir ihre Begeisterung angehört von einem verkannten Arzt, der angeblich in Italien mundtot gemacht wurde und der eine einfache Erklärung für Krebs gefunden habe, es wurde wild. Er habe am eigenen Körper die Beobachtung gemacht, dass Männer mit Hodenkrebs vorher jemanden verloren hätten, daher würden die Hoden anschwellen.
Ich habe ihr gesagt, dass es ja auch eine Korrelation zwischen Alter, Krebs und Verlust gebe, aber habe es vorischtig formuliert. Dann hat sie davon erzählt, dass sie heute einen Traum hatte und heute ihre Gechichte in ihrem "Status" geteilt habe, sie sei im Krieg geboren 1941, habe alle ihre Schwestern bei einem Bombenangriff in Bruchsal verloren und selber wie durch ein Wunder überlebt. Allerdings habe ihr ein französischer Besatzer "etwas schlimmes" angetan.... Die Tränen liefen ihr beim Bericht mit dem Hinweis, dass Tränen ja Heilwasser seien.
Ich fühlte sehr mit ihr. Viele Grüße von hier aus! Ich wünsche allen eine schöne Woche ohne Kummer!



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