Wunderlabor
- vor 15 Stunden
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Im Wonderlab kann man sich nur wundern. Aber auch lachen. Und gemeinsam eine gute Zeit verbringen. Wir sind jetzt bei Show Nummer 40 angelangt hier im Europapark und - wir haben einen Quantensprung hingelegt. Soweit ich das verstehe, ist ein Quantensprung eine Veränderung der Ladung in einem Atom, wo plötzlich ein Elektron von einer Bahn auf die andere springt. Dem steht eigentlich der Satz entgegen: "Natura non facit saltus", es gebe eigentlich keine Sprünge sondern nur Übergänge in der Natur. Das stimmt auch, hat man inzwischen festgestellt, denn auch die Sprünge der Elektronen sind wohl eher Übergänge. Aber das ist natürlich alles recht hypothetisch im Quantenbereich.
Unser Quantensprung war also am 06.04.2026, ein Montag und gleichzeitig Geburtstag von meinem Freund und Podcast Partner Martin Sierp. Außerdem ist der Tag internationaler TEFLON Tag und der Tag, an dem Katharina die Große 1772 die Bartsteuer aufgehoben hatte, die Peter der Große 1698 eingeführt hatte.
Unser Quantensprung hatte sich angebahnt durch Leid, Anpassungen und Durchhaltevermögen. Das Leid kam durch die Unzufriedenheit mit den zweiten und dritten Shows des Tages. Die erste Show im Europapark um 11:30 Uhr war noch wegen der Energie des Publikums meist recht schwungvoll aber die zweite und dritte war an der Grenze des Erträglichen ... für mich zumindest. Aber auch die Reaktionen der Menschen um mich war meist nicht überschwänglich... das war wirklich schmerzhaft bei all der Mühe, die wir in die Show gesteckt haben. Wir haben aber natürlich durchgehalten und sind immer wieder gegen die Wand gelaufen, um zu erkennen, wo der Fehler liegt. Der Fehler bestand aus scheinbaren Kleinigkeiten: der erste Effekt, nämlich das tanzende Tuch war zu lang und entwickelte sich nicht zum Guten. Daher war schon von Anfang an eine Verstimmung durch Langeweile zu spüren. Erstaunlich, dass 1 Minute auf der Bühne die restlichen 30 Minuten zerstören kann. Es ist wie mit dem Witz mit der Ziege, den wir in Lübeck bei den Deutschen Meisterschaften performt haben....
Auch war meine Begrüßung noch sehr ähnlich wie die Begrüßung von "Märchenland" und "Reloaded", unseren ersten beiden Parkzaubershows. Innerlich habe ich mich wohl dafür geschämt, das gleiche zu machen. Meine "neue" Begrüßung beginnt mit einem Sketchpad in der Hand und ich mache erst einmal eine Bestandsaufnahme. Insofern hat mich auch "Hell" von den Seven Fingers beeindruckt damals, wo ebenfall eine Publikumsabfrage der Anfang war. Funfact: Da ich hin und wieder den Namen von Zuschauern vergesse, habe ich eine Merkhilfe!
Und: die Performance von unserem Kubusspiel geht inzwischen so leicht von der Hand, dass ich es schaffe, ins Publikum zu sehen dabei (zumindest hin und wieder). Diese selbstbewusste Kontaktaufnahme macht einen großen Unterschied.
Und die Schlussmusik war nicht mitreißend. Inzwischen haben wir "Sweet Caroline" aus unserem "Hauptstecker" Intermezzo als Finale Musik. Und die Stimmung ist großartig.
Ich habe nun also mal wieder erkennen müssen, dass Leid etwas wichtiges ist für Künstlerinnen und Künstler. Ohne Leid gibt es keine Verbesserung. Und falls ich mal wieder jammere über eine Show die nicht ankommt, dann ist wohl der beste Kommentar nicht, dass doch alles super ist, sondern dass Leiden und Unzufriedenheit ja der erste Schritt zum Fortschritt ist.
Also: Seit dem 04.06.26 ist die Show stabil und wir haben tatsächlich eine Menge Zuschauerinnen und Zuschauer jeden Tag. Gestern waren es 1700! Jetzt kann die Show nur noch weiter wachsen und ich freue mich schon jetzt auf 11:30 Uhr!! Juhu! Lets go!!!!
Ich habe sogar wieder angefangen, Showfremdes zu lesen. Ich lese gerade über Fritz Lang, "Buchhalter der Träume". Der Titel ist etwas sperrig, ist aber hoch interessant, den Werdegang von diesem Konzertveranstalter (Impresario?) zu verfolgen.
Hier auch ein Shoutout an Klaus Koziol, dessen Rubrik in der "Magie" mich immer wieder inspiriert; er schafft es, mit schönen Worten eine Sache zu wiederholen und so die Wichtigkeit der Sache zu betonen. In der letzten Magie war es: Der Zauberer/die Zauberin versucht, sich während der Show daran zu erinnern, wie es war, als er/sie den Trick das erste Mal erlebt hat.



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