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Wonderlab Show Europapark

  • vor 14 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Inzwischen sind wir im Globe Theater im Europapark innerhalb einer guten Woche auf 22 Shows gekommen (Stand 02.04.26 abends) und wir sind mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert wie vor einem Jahr... Zwar macht die Show jedes Mal Spaß und ich freue mich, die vielen Gäste zu sehen (wir haben pro Tag 1500 Gäste im Globe Theater!); aber sowohl Diamond als auch ich müssen uns inzwischen mit unserer Energie auseinandersetzen. Denn wir merken, dass unsere eigene Ausstrahlung auf der Bühne nicht mehr die gleiche ist wie am Anfang, als die Show neu war. Irgendwie waren wir vermutlich in der ersten Woche noch komplett unter Strom; am Anfang waren wir einfach nur glücklich, überhaupt eine Show (und dann auch noch SOO eine!) zur Welt gebracht zu haben... mit Hilfe all der tollen Menschen, die uns dabei geholfen haben ... diese Elektrizität ist inzwischen gewichen und wir versuchen nun in einer zweiten Phase, überall an kleinen Stellschrauben die Show zu verbessern und so die anfängliche Energie mit stetigen Updates auszugleichen. Wir haben noch so viele Stellen, die nicht perfekt sind und das merken wir natürlich mit jeder Show und je öfter wir es merken, desto mehr stören die Unperfektheiten. Auch fehlt inzwischen die Aufregung, die gleichzeitig Energie bedeutet hat. Es ist vielleicht vergleichbar mit der Artemis 2 Mission, die gerade läuft; ich denke alle Astronauten und die Astronautin sind am Anfang noch sehr aufgeregt; vor allem der Kanadier, der ja noch NIE im All war. Das muss Adrenalin pur sein. Nach ein zwei Tagen dürfte sich die Aufregung legen und man gewöhnt sich an die Schönheit des Alls ... dann kann ich mir vorstellen, dass man nochmal eine Aufregung verspürt, wenn man am äußersten Punkt hinter dem Mond ist, und hofft, dass man auch ganz natürlich wieder zurückkommt, denn da draussen ist es sehr sehr einsam. Soweit die Parallelen.


Natürlich ist es bei erwarteten 550 Shows nicht möglich, dieselbe Energie bei jeder Show an den Tag zu legen; aber oft stehe ich kurz vor der Show backstage und versuche mich zu besinnen, wie ich Energie auf der Bühne herstelle: Mit Neugier, Dankbarkeit und Empathie. Neugier: Ich will wissen, wer da unter den Gästen ist und was sie erwarten. Heute in der dritten Show etwa waren sehr viele Kinder unter den Gästen, die habe ich dann im "Intro" angesprochen. Dankbarkeit: Ich bin dankbar, dass so viele Menschen ins Theater kommen, um mir (und Diamond) zuzuschauen. Es sind derzeit wirklich eine Menge. Natürlich sind wir auch derzeit die einzig neue Show im Europapark; das Teatro dell' Arte ist noch nicht offen und wir sind als "Highlight" in den Videos zu sehen. Aber ich glaube, auch hin und wieder bereits "Wiederkehrer" in der Show auszumachen; also Gäste, die nicht zum ersten Mal bei uns sind im "Wonderlab".

Ich sollte vielleicht noch mehr vor Einlass der Show den "Raum" kennenlernen. Das ist wohl eine Schauspielübung, die ich auch gerade in einem Post von Gaston Florin gelesen habe: Dabei versucht man den Raum genau zu beobachten; wie fühlen sich die Wände an? Was für Licht fällt ein? Wie ist die Luft? Die Temperatur? Hierzu gehört auch, dass wir Auftretende ein "morphogenetisches Feld" kreieren können, also ein Raum, in dem wir den Rollen, die wir einnehmen, freien Lauf lassen können. Insofern sollte ich vielleicht den Raum genau ablaufen in der Reihenfolge, wie ich den Raum ablaufen werde. So "markiere" ich mein Revier.

Ich war am Montag beim Seminar von Michel Huot, ein kanadischer Zauberer, der aber inmitten der anderen Seminarteilnehmer saß, als ich in der Gaststätte, in der der Magische Zirkel Freiburg seine Seminar abhält, ankam. Daher war ich auch etwas verwirrt, als er mich ansprach auf Englisch und ich reflexartig fragte: What are YOU doing here aber sofort erkannte, dass er der Seminarist ist und Diamond und mich sogar von Quebec 2019 her kannte. Ging ja gut los. So ähnlich wie mir im Restaurant jemand begegnete, ich mich kurz mit ihm unterhielt und er mir danach noch eine Nachricht schrieb, in der er erklärte, wer er war. Herrlich. Er hatte es wohl gemerkt.

Lustig waren auch die Referenzen, die Michel Huot immer machte und auf großes Unverständnis stieß... zum Beispiel bei der Frage: Wer ist mit double writing in der Mentalmagie vertraut? Nun, er hatte ohnehin dann die Theorie, dass Double Writing unsinnig wäre; denn wie er richtig feststellte, fällt einfaches Notieren nicht auf. Sehr richtig. Bei seinem ersten Effekt ist mir tatsächlich am Ende des Effekts nicht mehr in Erinnerung gewesen, dass er überhaupt einen Stift in der Hand hatte.

Im Seminar gab es noch mehrere solche Fragen, die den Raum mit einer gewissen Anspannung füllten, vor allem wenn Michel fragen stellte, die mit "Wer kennt sich aus im Bereich..." begannen. Es war eigentlich auch schon etwas peinlich, dass niemand richtig Fragen zu stellen wusste nach seinen Effekten. Ein sehr schöner Effekt wie ich finde war der Effekt, dass er anfängt mit einer Blanko Karte, also einer weißen Karte, die soll man mit dem Rücken zu sich selbst halten und ein Foto machen vor allen Leuten mit dem eigenen Handy. Dann lässt er eine Karte ziehen (klassisch!) und diese Karte wurde bereits vorhergesagt... nämlich auf dem Foto auf dem eigenen Handy. Dieser Effekt hat natürlich den Vorteil, dass der oder die Zuschauende sich später einmal an den oder die Zaubernde erinnern wird, wenn sie sich die Fotos später einmal ansehen.


Wonderlab Europapark 2026
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