Storytelling Zauberer
- vor 4 Stunden
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Was war zuerst? Die Henne oder das Ei? Die Antwort: Storytelling war zuerst. Niemand würde sich über diese Frage auch nur eine Sekunde den Kopf zerbrechen, wenn dahinter nicht eine gute Geschichte lauern würde. Und Geschichten sind so faszinierend... so auch unsere Geschichte, die Geschichte von "Timothy Trust & Diamond". Wir waren 2020 ziemlich am Boden. Corona hatte zugeschlagen, es gab keine Aufträge, wir waren orientierungslos, wir hatten keine Lust und/oder kein Talent auf/für Online Shows; mit anderen Worten: wir wussten nicht, wie es weiterging mit unserem Team. Das Engagement im Schmidt Theater Hamburg 2020 war ein kurzer Lichtblick; immerhin folgte die Anfrage vom Europapark, ob wir die Dinnershow 2020/21 übernehmen könnten; die Generalprobe wurde noch gespielt, dann war Lockdown. Aber wir bekamen das Angebot, ab Frühling noch das "Globe" Theater im Europapark zu übernehmen und zu bespielen... wow! Ab Januar 2021 mieteten wir uns im "KKW" ein, einem Kleinkunst Theater in Ettenheim. Täglich pilgerten wir zu diesem Kulturkeller. Im Mai ging der Park auf, wir fingen an, uns einzuspielen und unsere Show wurde auch 2022 erneut gebucht. Von da an kamen wir auf den Geschmack, eigene Shows zu spielen und kamen 2025 und 2026 zurück in "unser" Globe. Jetzt wollen wir gar nichts anderes mehr machen, als eigene Shows im "Dima und Mina" Stil... und mit der Begeisterung kam auch eine gute Buchungssituation. Der Rest ist Geschichte...
So gibt es in jedem Leben Wendepunkte und Heldenreisen... oder auch einfach nur Fails ohne Mehrwert :-) Das Geheimnis, aus einem Fail einen Wendepunkt zu machen ist wohl Hartnäckigkeit... und der Zufall wird eine(n) dann schon in die richtige Richtung bugsieren... das wichtigste ist wohl, die Hartnäckigkeit als Handlung zu begreifen. Denn aus Nichtstun ist noch nichts erwachsen. Ich glaube fest daran, dass jede Handlung eine Wirkung hat - auch wenn es eine negative ist, denn auch die Misserfolge schieben einen von dem davon, was nicht "meins" ist... meine Versuche etwa, Straßenzauberei zu meistern oder auch mit Menschen zusammenzuarbeiten, die gar nicht meinem Wesen entsprechen, die aber auf ihre Art genial sind...
Apropos Kollegen: In den letzten Tagen wurde der Europapark mal wieder zu einem Mekka der Zauberkunst, der befreundete Kollege Andreas Axmann war aus Berlin in den Park gekommen und hatte sich netterweise gemeldet... zufällig sind wir dann auch in Alexander Merk (ebenfalls Berlin) gelaufen. Abends habe ich mir dann noch die Show von Mellow angesehen; der Kollege hat seine abendfüllende Show an einem Sonntag um 17 Uhr gespielt vor ausverkauftem "Berliner Ballsaal". Mellow schafft eine angenehme Nähe und überrascht mit starken Effekten; er hat sogar eine "Hologaze" auf der Bühne, was für ein Tourprogramm wirklich ungewöhnlich ist. Da sind natürlich coole Moves möglich. Auch faszinierend war das große Team, dass Mellow mit auf Tour hat: Ein Kameramann, eine social Media Beaufragte (Franzi Pütz, sie ist auch Webmasterin unserer Website hier!), Till Frömmel als kongenialem Partner und noch zwei drei weitere Menschen. Das nenne ich ein Aufgebot!
Heute ist der erste Mai... der Tag der Arbeit... daher gehe ich gleich auch arbeiten. Wir haben heute drei Shows und die dritte Show heute wird unsere 100.Show im Euroapapark sein dieses Jahr. Die Zeit vergeht... es gab ja meines Erachtens mehrere Phasen der Entwicklung bisher hier im Park: Am Anfang stand die Generalprobe, die sehr gut lief und wir waren froh, plötzlich eine Show zu haben. Dann kam der Schweizer Supermarkt Migros und wir waren ernüchtert wegen der dezenten Reaktion. Am Tag später kam der Triumph vor dem "echten" Europapark Publikum. Dann kam die Phase der Routine und wir merkten die Mängel der Show und haben sie beseitigt. Die Show war daraufhin "perfekt" bis sie es nicht mehr war... als wir 60 Prozent Franzosen in der Show hatten und unsere deutschen Gags nicht mehr funktionierten. Sprachliche Anpassungen zeigten Wirkung. Dann war die Show erneut "perfekt"... bis zur nächsten Erkenntnis, dass sie es nicht ist!
Jede Show hat die Möglichkeit, die beste und die perfekte Show zu werden... auch wenn sie es wohl nie sein wird. Denn das alles sind natürlich nur subjektive Wahrnehmungen... uns sagte gerade beim Artist Welcome hier im Europapark ein Mitarbeiter im Entertainment, dass die Generalprobe von uns sehr schlecht gewesen sei ... ganz anders als unsere eigene Empfindung!
Ich werde auf jeden Fall wieder mehr Schauspielübungen machen wie "Die Jäger jagen im Walde", um mehr noch in den Moment zu kommen und zu realisieren, dass alles, was Diamond und ich sagen, auf der Bühne Wichtigkeit hat und gut ausgesprochen werden muss, damit alle es verstehen.
Auch ist die Show ein Tanz, gerade wenn wir Illusionen vorführen. Ich muss mehr tanzen auf der Bühne und die Show als Choreographie sehen. Jede Bewegung ist wichtig. Auf gehts!



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