Regie Zaubershow
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- vor 20 Minuten
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Die Shows in Hannover sind gut gelaufen; das war eine Herkulesaufgabe, denn sowas hatten wir noch nie als Aufgabenstellung: Eine neue Show herstellen in nur einer Woche. Natürlich stimmt, was schon Newton wusste: Wir stehen alle auf den Schultern von Riesen. Die "Riesen" waren in diesem Falle mehrere: Die Basis unserer Show war die 35-Minuten-Show, die wir letztes Jahr insgesamt 594 mal im Europapark gespielt haben; allerdings lässt sich eine so kurze Show als Event im freien Verkauf nicht gut verkaufen... wobei man es vielleicht einmal versuchen könnte: Mehrere Shows am Tag über 35 Minuten und zu einem dezenten Preis. Ich fänd es ne gute Idee. Ein anderer Riese waren natürlich die Erfindungen von anderen Zauberkünstlern (alle männlich soweit ich weiß), insbesondere die Erfinder des Kubusspiels, von "Unplugged", "Popmore" und anderen Zauberkunststücken. Ich bin sehr dankbar, dass es so viele Erfinder im Bereich der Zauberkunst gibt; natürlich wollen die Künstler auch Geld damit machen, aber das ist ja legitim. Dennoch würde uns eine Show ohne käufliche Zaubertricks schwerfallen. Hier auch Dank an den "Magic Man" Willi Auerbach, dessen Vorhersagebox immer ein Garant bester Unterhaltung ist.
Die beiden Shows "Simsala 2.0" im GOP Hannover waren ausverkauft, was uns natürlich freut, da wir mit dem Design unseres Plakates noch nicht ganz zufrieden sind. Wir hatten schon befürchtet, dass der Verkauf nicht gut funktioniert. Aber wir haben natürlich schon recht oft Auftritte im GOP absolviert, unter anderem mit den Varietee Shows "Trust Me" und "Multiversum" sowie unserer ersten Kindershow "Simsala!". Letzenendes glaube ich aber, dass der gute Name des "GOP" uns hauptsächlich den Zuschauer(innen)zustrom beschert hat. Unsere Aufgabe war demnach vor allem, die Erwartungen zu erfüllen; denn da wir keine Unbekannten im GOP sind, war uns natürlich wichtig, unseren "Ruf" zu bewahren. Daher hatten wir uns eine knappe Woche in Hannover eingemietet und mit Regisseur und Technikern die Show in ihrem Ablauf simuliert. Dennoch gab es jede Menge Fragezeichen, als wir unsere Show am Sonntag vor der Show aus dem Lager ins Auto verfrachteten. Glücklicherweise sind wir anscheinend abgebrüht genug, um uns nicht langfristig ärgern zu lassen von eigenen Unzulänglichkeiten. Wie schon Roger Feder in seiner Rede in Dartsmouth 2024 sagte: Its only a point. Und ich denke ich sehe mit der Zeit das große Ganze und denke mir: Ja, jede Show die vor mir ist, ist die wichtigste. Aber wenn sie vorbei ist, ist sie "only a point". Das heißt, jede Show, jede Darbietung, die schief lief oder zumindest nicht ganz so zufriedenstellend, ist in der Vergangenheit und es geht nicht mehr darum. Es geht um die nächste Nummer, um die nächste Show. Nach der Show ist vor der Show, könnte man auch sagen. Eigentlich ist das die gleiche Aussage. Insbesondere in einer Show selbst ist das wichtig, damit man sich nicht von einer schwächeren Darbietung die nächsten verschlechtern lässt. Ich weiß, dass das einfacher gesagt ist als getan, aber ich denke indem man es oft genug ausspricht, sinkt es ins Bewußtsein. Ich habe zum Beispiel in der ersten Show das "Kubusspiel" vergeigt und die ZuschauerInnen haben einen Teil des Trickgeheimnisses gesehen. Es ging ein Raunen durch den Saal. Und die "Glückskanone" habe ich auch vergeigt. Aber dennoch war die Stimmung in dieser ersten Show besser als in der zweiten. Es war live und die Leute haben es genossen.
Ich habe eine ziemlich schlechte Show gesehen ( ich sag mal nicht welche) und danach hatte ich noch Kontakt zu den KünstlerInnen. Es ist immer nicht leicht, das richtige zu sagen, aber man findet schon was :-) Ein befreundeter Kollege, der die Show ebenfalls nicht so gut fand, sagte mir danach: Die Künstlerin, mit der er gesprochen habe, habe sehr erwachsen über die Show gesprochen. Er meinte damit: Sie hat Kritik nicht persönlich genommen. Irgendwie hat mich das getriggert, weil ich selber Kritik immer sehr persönlich nehme; allerdings glaube ich, dass das eben den Vorteil hat, dass man "mit seiner Person" für die Qualität der Show stehen möchte. Das ist nicht der Fall, wenn ich wenig zur Show beitrage, dann bin ich da auch unempfindlich aber gleichzeitig auch etwas unglücklich über meinen geringen Beitrag. Wenn ich aber mit "Leib und Seele" mit Diamond die Show entwickelt habe, dann bin ich auch empfindlich und ich denke das ist auch gut so. Nur so werde zumindest ich angetrieben zu Höchstleistungen. Es ist nur ein Punkt; aber der Punkt vor mir ist der wichtigste. Und wenn andere das nicht so sehen, sehe ich das als Zuschauer und bin etwas verärgert.
In Dresden wird bald "Simsalabim" an der Staatsoperette gezeigt und ich kann leider nicht hin. Da geht es um Helmut Schreiber alias Kalanag. Wir hatten dafür sogar eine Anfrage, aber leider konnten wir nicht. Zauberei ist hoch im Kurs. Auch das Apollo Düsseldorf zeigt bald wieder eine Zaubershow "https://www.apollo-variete.com/apollo-shows/its-a-kind-of-magic/" . Das Hansa Theater hat ein Zauberfestival: https://www.hansa-theater.com/programm/magic-days/ . Tommy Ten & Amelie kommen nach Bremen: https://metropol-theater-bremen.de/programm/events/thommy-ten-und-amelie-van-tass/ und die Ehrlich Brothers sind sowieso ständig unterwegs mit ihrer Diamonds Show: https://www.ehrlich-brothers.com/tickets/ und auch Mellow, Cody Stone, Till Frömmel, Martin Sierp und viele andere mehr.
Apropos Zauberkollege: Der Meisenknödel wurde von "Vogelbaron" Sittich Hans von Berlepsch erfunden, ein Ahne von Zauberkollege Thimon von Berlepsch! Ebenso: der Starenkasten.



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